Thomas , 47
aus Augsburg

- Was machen Sie beruflich und welche Art von ESF-Förderung haben Sie bekommen?
- Ganz konkret: wofür haben Sie die Förderung genutzt? Was hat sich dadurch für Sie verändert?
- Wie geht es bei Ihnen weiter?
- Zum Schluss in einem Satz: was ist es, was Sie motiviert zur Arbeit zu gehen?
Ich bin Diplom-Sozio-Ökonom und arbeitete viele Jahre lang als Flüchtlingsberater in Asylunterkünften. Seit 2002 arbeite ich in ESF-geförderten Projekten im Flüchtlingsbereich. Durch die ESF-Förderung im XENOS-Bleiberechtsprogramm habe ich neben meiner beruflichen Entwicklung vor allem eine positive Entwicklung vieler Menschen erleben dürfen. Flüchtlingen, die ich zum Teil vor vielen Jahre in einer deprimierenden, hoffnungslosen Lebenssituation kennengelernt habe, begegnen mir heute motiviert und voller Hoffnung. Allein dies zu beobachten macht meine Arbeit in diesem Projekt sinnvoll und motiviert mich.
Für mich persönlich haben sich durch die ESF-geförderten Projekte völlig neue berufliche Perspektiven eröffnet. Ich hatte die Möglichkeit, Teams zu leiten und zu koordinieren, mit externen Trägern bzw. Behörden Netzwerke aufzubauen und mich in die finanztechnische Abwicklung von ESF-Projekten einzuarbeiten.
Bis zum 31.12.2013 bin ich im Rahmen des XENOS-Bleiberechtprogrammes als Koordinator und Mittelverwalter beschäftigt. Ich will diese Zeit auch dafür nutzen weitere Netzwerkpartner zu gewinnen und mehr Behörden, Arbeitgeber, Organisationen, Menschen für Flüchtlinge zu sensiblisieren. Und ich freue mich darauf, noch mehr Flüchtlingen Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben.
Es macht mir generell Spaß, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen, Menschen aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen, Menschen in ihrer Entwicklung zu beobachten, Menschen Hoffnung zu geben.
Informationen zum Programm "XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge"
Bürgerkrieg oder politische Verfolgung machen in einigen Ländern ein normales Leben unmöglich. Als Ausweg bleibt oftmals nur die Flucht. Deutschland kann für Flüchtlinge eine neue Heimat sein. Aber nur wer seinen Lebensunterhalt eigenständig sichert, hat auch eine Chance, dauerhaft hier zu leben. Eine erste Hürde auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist oft die mangelnde Sprachkenntnis. Doch bei dieser und anderen Herausforderungen werden die Flüchtlinge nicht allein gelassen.
Die Bundesregierung hat das XENOS-Sonderprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge 2008 aufgelegt, um den besonderen Bedürfnissen dieser Menschen gerecht zu werden. Ziel des Programms ist es, Bleibeberechtigte und Flüchtlinge durch Beratung und Qualifizierung in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Unabhängigkeit von Sozialleistungen weitestgehend zu sichern.
Die meisten Projekte bieten den Flüchtlingen Maßnahmen zur Vermittlung von Deutschkenntnissen, Berufs- und Arbeitsmarktberatung sowie psychosoziale Beratung an.
„Ich fühle mich in Deutschland zuhause. Ich bin zwar in Uganda geboren, aber hier bin ich „gewachsen“. Ich habe so viel von den Menschen hier gelernt. Ich weiß, dass alles möglich ist, wenn man will, wenn man sich anstrengt.“ Abu, Projektteilnehmer (Film)
Die Projekte arbeiten in lokalen und regionalen Netzwerken zusammen. Damit werden Kräfte gebündelt, um Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bestmöglich zu unterstützen. Engagierte ProjektmitarbeiterInnen helfen dabei, sich neu zu orientieren, bürokratische Prozesse und Anforderungen zu meistern oder Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen. Auch bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen, einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bieten die Netzwerkpartner aktive Hilfestellung an.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Projekte ist es, die lokalen (Arbeitsmarkt-)Akteure und Multiplikatoren auf die Gruppe der Bleibeberechtigten als Arbeitnehmer aufmerksam zu machen. Das Ziel ist es, den Flüchtlingen den Start in ein neues Leben zu erleichtern.
Wer wird gefördert: Projekte, die Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete im Aufenthaltsgesetz) und Flüchtlinge, die einen zumindest nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unterstützen.
Mehr Infos unter:
Europäischer Sozialfonds in Deutschland
XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge


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