Simone, 30
aus Berlin

Nach dem Abbruch meines Studiums (Architektur und Soziologie), machte ich eine Ausbildung zur Vergolderin. Schon in der Zeit der Ausbildung wurde ich schwanger und schaffte es zum Glück knapp acht Wochen vor der Geburt meines Sohnes,die Abschlussprüfung abzulegen und zu bestehen. Dann war ich erst mal ausschließlich für den kleinen Santiago da! Da mein Sohn seit Herbst einen KITA-Platz hat, ist meine Erziehungszeit von drei Jahren vorbei und ich kann mich wieder mehr meiner berufliche Zukunft widmen. Ich habe bis Frühjahr 2010 in Köln gelebt. Doch ich wollte mir ein neues Leben aufbauen - und ging dafür nach Berlin. Einer der ersten Schritte in der neuen Stadt war die Suche nach Beratung in beruflichen Fragen, vor allem in Bezug auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Kind. Dabei stieß ich auf das Kursangebot des "log in", für das ich mich über die Arbeitsagentur beworben habe.

Der soziale Aspekt war mir ganz wichtig: Der Austausch mit Leuten, die in der gleichen Situation sind, aber auch das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Es gab eine Menge Informationen zu Hilfsangeboten, rechtlichen Fragen etc.
Ich habe mich in dem Vorhaben bestätigt gefühlt, wieder zu studieren - diesmal etwas, das mir liegt. Ich sehe jetzt, dass es auch wirklich möglich ist - auch mit Kind! Es ist nicht immer einfach, aber ich kenne jetzt meine Rechte, Möglichkeiten und Stärken.

Ich bewerbe mich zurzeit als Vergolderin in Teilzeit. Parallell werde ich die Aufnahme meines Restaurationsstudiums vorbereiten. Da gibt es viele Dinge, um die ich mich vor der Immatrikulation kümmern muss: BaföG beantragen, einen Praktikumsplatz für den Beleg der Vorkenntnisse suchen und absolvieren, mein soziales Netzwerk ausbauen, das mich bei der Organisation des Alltags mit Kind, Studium und Nebenjob unterstützen kann.

Mein Antriebsmotor ist in erster Linie mein Sohn. Um ihm eine möglichst hohe finanzielle Sicherheit und ein geregeltes Leben zu bieten, möchte ich auf eigenen Füßen stehen und dafür alle meine Möglichkeiten, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, nutzen.

Informationen zum Programm "Gute Arbeit für Alleinerziehende"

Alleinerziehende sind mit besonderen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert. Ihre Hauptsorge ist oft ein Betreuungsplatz für das Kind, der zugleich den zeitlichen Anforderungen des Jobs Rechnung trägt. Um neben dem Beruf die familiären Aufgaben erfüllen zu können, braucht es ein hohes Maß an eigener Flexibilität, aber auch an Akzeptanz durch den Arbeitgeber und das Gesamtumfeld. Eine Gesellschaft, die diese Grundvoraussetzungen fördert und der Vielfalt der Familienmodelle gerecht wird, nutzt die eigenen Ressourcen und erhält wertvolle Impulse.

 

Das Programm Gute Arbeit für Alleinerziehende trägt dazu bei, die besonderen Potenziale Alleinerziehender für die Gesellschaft zu nutzen und Herausforderungen als Chancen zu begreifen, von denen sowohl die Alleinerziehenden als auch die Gesellschaft profitieren.

 

Durch gezielte Maßnahmen der beruflichen Aktivierung und Integration verbessern sich die Chancen Alleinerziehender auf dem Arbeitsmarkt.

 

“Das Jahr Elternzeit war ziemlich schnell rum. Und eines Tages bin ich aufgewacht und dachte ‘Oh Gott, wie soll es denn jetzt weiter gehen?! Im GAFA Projekt mache ich jetzt eine Ausbildung zur Bürokauffrau und habe trotzdem genügend Zeit, mich um meinen Sohn zu kümmern”

Julia, Teilnehmerin im GAFA-Projekt (Film)

 

Alleinerziehende verfügen oft über exzellente Organisationsfähigkeiten und ausgeprägte soziale Kompetenzen. Diese Potenziale werden von ihnen selbst jedoch meistens unterschätzt. Das Programm schafft durch gezielte Förderung entsprechender Maßnahmen und Projekte die Rahmenbedingungen dafür, dass Alleinerziehende diese Potenziale erkennen, ausbauen und gezielt für den Arbeitsmarkt zu nutzen wissen.Auch beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben oder dem Abschluss von entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen die Projekte aktiv.

 

Ein zusätzliches Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft ist erforderlich, damit die Situation Alleinerziehender nicht als Problem, sondern als eine besondere Qualifikation wahrgenommen und anerkannt wird.

In den Projekten arbeiten Träger der Grundsicherung (gemeinsame Einrichtungen/zugelassene kommunale Träger) mit kommunalen oder gemeinnützigen Einrichtungen und freien Trägern, wie etwa der Kinder- und Jugendhilfe, Frauenberatungsstellen, Sozialverbänden und Bildungsträgern zusammen.

 

Den Alleinerziehenden werden in den Projekten verschiedene Qualifizierungsmodule geboten, die der Vielfalt der Lebenslagen gerecht werden: Beratungen, Einzel- und Gruppencoachings oder spezielle Praktika in Unternehmen.

Ziel des Programms ist zum einen, die Chancen für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und zum anderen, erfolgreiche Ansätze in das Tagesgeschäft der Grundsicherungsstellen zu transferieren.

 

Wer wird gefördert:

Projekte, die verschiedene Qualifizierungsmodule für Alleinerziehende, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, anbieten.

 

Mehr Infos unter:

Europäischer Sozialfonds in Deutschland

Gute Arbeit für Alleinerziehende

Alleinerziehende BMAS

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