Sabine, 36
aus Augsburg

- Was machen Sie beruflich und welche Art von ESF-Förderung haben Sie bekommen?
- Ganz konkret: wofür haben Sie die Förderung genutzt? Was hat sich dadurch für Sie verändert?
- Wie geht es bei Ihnen weiter?
- Zum Schluss in einem Satz: was ist es, was Sie motiviert zur Arbeit zu gehen?
Als interkulturelle Laufbahnberaterin unterstütze ich für Flüchtlinge bei der beruflichen Orientierung, beim Erstellen von Bewerbungsmappen und bei Kontakten zu Arbeitgebern. Auch berate ich bei ausländerrechtlichen Fragen, die im Zuge einer Arbeitsaufnahme bei Flüchtlingen, Arbeitgebern und Behörden auftreten können. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf Kompetenzfeststellungsverfahren, die Flüchtlingen helfen, Kompetenzen aus ihrer Biographie für den deutschen Arbeitsmarkt heraus zu finden.
Durch die ESF-Gelder konnten wir eine Qualifizierung in Kultursensibler Altenpflege anbieten. Daraufhin erhielt eine Teilnehmerin eine Festanstellung in einem Seniorenheim und erfüllt somit alle Voraussetzung für die Bleiberechtsregelung. Sie darf mit ihrer Familie in Deutschland bleiben, weil sie nun endlich eine Arbeit gefunden hat.
Bis Ende 2011 werde ich alles versuchen, um Bleibeberechtigte in Arbeit zu vermitteln, damit sie nicht abgeschoben werden. Und in den nächsten drei Jahren hoffe ich, genügend Arbeitgeber zu finden, die Flüchtlinge trotz nachrangigem Zugang zum Arbeitsmarkt anstellen.
Menschen aus aller Welt kommen zu mir ins Büro – ich muss gar nicht mehr in Urlaub fahren und viele Länder bereisen.
Informationen zum Programm "XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge"
Bürgerkrieg oder politische Verfolgung machen in einigen Ländern ein normales Leben unmöglich. Als Ausweg bleibt oftmals nur die Flucht. Deutschland kann für Flüchtlinge eine neue Heimat sein. Aber nur wer seinen Lebensunterhalt eigenständig sichert, hat auch eine Chance, dauerhaft hier zu leben. Eine erste Hürde auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist oft die mangelnde Sprachkenntnis. Doch bei dieser und anderen Herausforderungen werden die Flüchtlinge nicht allein gelassen.
Die Bundesregierung hat das XENOS-Sonderprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge 2008 aufgelegt, um den besonderen Bedürfnissen dieser Menschen gerecht zu werden. Ziel des Programms ist es, Bleibeberechtigte und Flüchtlinge durch Beratung und Qualifizierung in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Unabhängigkeit von Sozialleistungen weitestgehend zu sichern.
Die meisten Projekte bieten den Flüchtlingen Maßnahmen zur Vermittlung von Deutschkenntnissen, Berufs- und Arbeitsmarktberatung sowie psychosoziale Beratung an.
„Ich fühle mich in Deutschland zuhause. Ich bin zwar in Uganda geboren, aber hier bin ich „gewachsen“. Ich habe so viel von den Menschen hier gelernt. Ich weiß, dass alles möglich ist, wenn man will, wenn man sich anstrengt.“ Abu, Projektteilnehmer (Film)
Die Projekte arbeiten in lokalen und regionalen Netzwerken zusammen. Damit werden Kräfte gebündelt, um Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bestmöglich zu unterstützen. Engagierte ProjektmitarbeiterInnen helfen dabei, sich neu zu orientieren, bürokratische Prozesse und Anforderungen zu meistern oder Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen. Auch bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen, einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bieten die Netzwerkpartner aktive Hilfestellung an.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Projekte ist es, die lokalen (Arbeitsmarkt-)Akteure und Multiplikatoren auf die Gruppe der Bleibeberechtigten als Arbeitnehmer aufmerksam zu machen. Das Ziel ist es, den Flüchtlingen den Start in ein neues Leben zu erleichtern.
Wer wird gefördert: Projekte, die Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete im Aufenthaltsgesetz) und Flüchtlinge, die einen zumindest nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unterstützen.
Mehr Infos unter:
Europäischer Sozialfonds in Deutschland
XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge


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