Ramona, 40
aus Berlin

Mein beruflicher Hintergrund: Nach meiner Ausbildung als Schauwerbegestalterin arbeitete ich viele Jahre in diesem Bereich. Ich dekorierte als Angestellte die Schaufenster von Kunden - ich war also immer im Außendienst, hatte keine festen Arbeitszeiten: Der Arbeitstag war erst dann vorbei, wenn alle Kundenwünsche erfüllt waren. Da war es egal, ob der Sohn vom Kindergarten abgeholt werden musste. Später, als ich meinen Sohn alleine aufziehen musste, waren Kind und Arbeit nur schwer zu vereinbaren. Mein Weg der beruflichen Neuorientierung führte unter anderem auch über das Log In - ein Zentrum zur Förderung von Alleinerziehenden in Pankow.

In erster Linie geht es um Orientierungshilfe. Von dem noch ausstehenden Einzel-Coaching erhoffe ich mir das Finden und Umsetzen von neuen Perspektiven für meinen weiteren beruflichen Werdegang mit Kind. Es ist nicht immer einfach als Alleinerziehende: viele Arbeitgeber sehen nur ein einziges großes Risiko jemanden einzustellen, der nicht zu 100% flexibel ist und auch mal ausfällt, wenn das Kind krank ist und/oder keine Betreuungsmöglichkeit besteht. Jetzt geht es darum, Argumente und Mittel zu finden, Arbeitgebern zu signalisieren, dass man dieser Tatsache zum Trotz ein attraktiver wertvoller Arbeitnehmer ist.

Ich versuche zur Zeit eine Nische für mich zu finden, die meinen Qualifikationen gerecht wird, aber in der ich vor allem meine kreativen Ideen umsetzen kann. Mein Ziel: mich sowohl selbst zu verwirklichen als auch gemeinsam mit meinem Sohn gut davon leben zu können. Der Weg in die Selbständigkeit ist nicht ausgeschlossen...

Morgens zu wissen, wie mein Tagesablauf aussieht und dass ich abends etwas vollbracht haben werde - das motiviert mich. Genauso wie mit Menschen zusammen zu arbeiten und sich auf mehreren Ebenen weiterzuentwickeln. Neben beruflicher und persönlicher Entfaltung ist die Arbeit für mich aber auch sehr wichtig, um für mich und meinen Sohn eine finanzielle Sicherheit zu schaffen.

Informationen zum Programm "Gute Arbeit für Alleinerziehende"

Alleinerziehende sind mit besonderen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert. Ihre Hauptsorge ist oft ein Betreuungsplatz für das Kind, der zugleich den zeitlichen Anforderungen des Jobs Rechnung trägt. Um neben dem Beruf die familiären Aufgaben erfüllen zu können, braucht es ein hohes Maß an eigener Flexibilität, aber auch an Akzeptanz durch den Arbeitgeber und das Gesamtumfeld. Eine Gesellschaft, die diese Grundvoraussetzungen fördert und der Vielfalt der Familienmodelle gerecht wird, nutzt die eigenen Ressourcen und erhält wertvolle Impulse.

 

Das Programm Gute Arbeit für Alleinerziehende trägt dazu bei, die besonderen Potenziale Alleinerziehender für die Gesellschaft zu nutzen und Herausforderungen als Chancen zu begreifen, von denen sowohl die Alleinerziehenden als auch die Gesellschaft profitieren.

 

Durch gezielte Maßnahmen der beruflichen Aktivierung und Integration verbessern sich die Chancen Alleinerziehender auf dem Arbeitsmarkt.

 

“Das Jahr Elternzeit war ziemlich schnell rum. Und eines Tages bin ich aufgewacht und dachte ‘Oh Gott, wie soll es denn jetzt weiter gehen?! Im GAFA Projekt mache ich jetzt eine Ausbildung zur Bürokauffrau und habe trotzdem genügend Zeit, mich um meinen Sohn zu kümmern”

Julia, Teilnehmerin im GAFA-Projekt (Film)

 

Alleinerziehende verfügen oft über exzellente Organisationsfähigkeiten und ausgeprägte soziale Kompetenzen. Diese Potenziale werden von ihnen selbst jedoch meistens unterschätzt. Das Programm schafft durch gezielte Förderung entsprechender Maßnahmen und Projekte die Rahmenbedingungen dafür, dass Alleinerziehende diese Potenziale erkennen, ausbauen und gezielt für den Arbeitsmarkt zu nutzen wissen.Auch beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben oder dem Abschluss von entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen die Projekte aktiv.

 

Ein zusätzliches Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft ist erforderlich, damit die Situation Alleinerziehender nicht als Problem, sondern als eine besondere Qualifikation wahrgenommen und anerkannt wird.

In den Projekten arbeiten Träger der Grundsicherung (gemeinsame Einrichtungen/zugelassene kommunale Träger) mit kommunalen oder gemeinnützigen Einrichtungen und freien Trägern, wie etwa der Kinder- und Jugendhilfe, Frauenberatungsstellen, Sozialverbänden und Bildungsträgern zusammen.

 

Den Alleinerziehenden werden in den Projekten verschiedene Qualifizierungsmodule geboten, die der Vielfalt der Lebenslagen gerecht werden: Beratungen, Einzel- und Gruppencoachings oder spezielle Praktika in Unternehmen.

Ziel des Programms ist zum einen, die Chancen für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und zum anderen, erfolgreiche Ansätze in das Tagesgeschäft der Grundsicherungsstellen zu transferieren.

 

Wer wird gefördert:

Projekte, die verschiedene Qualifizierungsmodule für Alleinerziehende, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, anbieten.

 

Mehr Infos unter:

Europäischer Sozialfonds in Deutschland

Gute Arbeit für Alleinerziehende

Alleinerziehende BMAS

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