Martin, 30
aus Bad Dürrenberg

- Was machen Sie beruflich und welche Art von ESF-Förderung haben Sie bekommen?
- Ganz konkret: wofür haben Sie die Förderung genutzt? Was hat sich dadurch für Sie verändert?
- Wie geht es bei Ihnen weiter?
- Zum Schluss in einem Satz: was ist es, was Sie motiviert zur Arbeit zu gehen?
Ursprünglich bin ich gelernter Forstwirt. 2008 habe ich mich jedoch beruflich neu orientiert - über eine Umschulung zur Produktionsfachkraft Chemie. Im Sommer entschied ich mich für einen vom "Qualifizierungsförderwerk Chemie" (QFC) organisierten Auslandsaufenthalt. Der ursprüngliche Plan war für einen Monat in Le Viel Audon zu arbeiten. Als sich meine Zeit als Teilnehmer dem Ende zuneigte, bot man mir an den Aufenthalt zu verlängern - als Betreuer! Ich unterschrieb also einen 3 ½ monatigen Arbeitsvertrag als Betreuer für die nachfolgenden „MIRIAM“ Gruppen. In der Übergangszeit war ich als Techniker für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten beschäftigt.
Menschen, Kultur und Landschaft in Frankreich waren für mich neu und sehr interessant. Anfangs war die sprachliche Barriere meine größte Sorge, aber ich habe mich zum einen verbessert und zum anderen gelernt Lücken z.B. im Vokabular durch selbstbewussteres Auftreten wettzumachen. In dieser Zeit habe ich viel gearbeitet, aber vor allem viel gelernt und noch mehr Spaß gehabt!
Für mich änderte sich das Leben um 180°. Nützlich zu sein, ist ein wundervolles Gefühl! Vorher gab es viele Momente der Unsicherheit, mit denen ich mich kaum oder wenn, dann nur unfreiwillig auseinandersetzte. Durch die Arbeit in den Projektgruppen begann meine Unsicherheit nach und nach zu verschwinden. Ich kann mich nun lockerer und kompetenter darstellen. Als Fazit kann ich sagen, dass ich mich selbst in dieser Zeit viel besser kennengelernt habe. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen! An dieser Stelle auch nochmal ein riesengroßes Dankeschön an die, die mir das wunderbare Erlebnis ermöglicht haben es mit mir durchlebt haben!
Ich habe mich bereits während meines Praktikums weiter beworben. Ich war durch meinen Aufenthalt in Frankreich viel optimistischer. Außerdem hatte ich ja nun einen Europass und neu erworbene Fähigkeiten und Kompetenzen, auf die ich in meinen Bewerbungen verweisen konnte. Das zahlte sich aus: Nach kurzer Zeit bekam ich ein Angebot für einen unbefristeten Arbeitsvertrag in der chemischen Produktion! Ich konnte sogar in meiner Region bleiben und bin überglücklich wieder in der Arbeitswelt Fuß gefasst zu haben.
Meine größte Motivation ist: Das, was ich tue, bereitet mir eine Menge Spaß! Ich sammel bei der Arbeit täglich neue theoretische und praktische Erfahrungen. Immer wieder stürmen neue Eindrücke auf mich ein. Und ich profitiere auch in privater Hinsicht davon: Ich setze mir nun regelmäßig neue Ziele. Und es ist toll, wenn ich sie dann allein oder im Team gemeistert habe. Außerdem kann ich mich glücklich schätzen, dass ich so nette fröhliche Arbeitskollegen habe!
Informationen zum Programm "IdA - Integration durch Austausch"
Arbeitslosigkeit ist gerade für junge Menschen eine schwierige Erfahrung: Wer sich mehrfach erfolglos beworben hat, verliert nicht nur das Gefühl für seine Stärken und Fähigkeiten, sondern möglicherweise auch den sozialen Anschluss. Diesen Anschluss zu halten, dabei hilft das Programm IdA - Integration durch Austausch: Gefördert werden Arbeitsaufenthalte im EU-Ausland, die arbeitsmarktfernen Jugendlichen und arbeitslosen jungen Menschen einen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen sollen.
Die Bundesregierung initiierte das Programm, um die Mobilität arbeitsloser Jugendlicher zu fördern. Die Teilnehmer erlangen durch die transnationalen Projekte zusätzliche berufsspezifische Kompetenzen, die ihnen eine neue Perspektive eröffnen und den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.
Kernpunkt der Projekt-Aktivitäten ist ein begleiteter ein- bis sechs-monatiger Auslandsaufenthalt als Praktikum, Jobcamp oder Training in einem anderen EU-Mitgliedsstaat. Durch gezielte Maßnahmen wird dieser Aufenthalt vorbereitet. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwerben neben berufspraktischen Kompetenzen auch wichtige interkulturelle Fähigkeiten. Toleranz, Rücksichtnahme und Offenheit sind Schlüsselqualifikationen, die durch einen Auslandsaufenthalt maßgeblich gefördert werden. Mit neu erworbenen beruflichen, sozialen und kulturellen Erfahrungen kehren die jungen Menschen mit gestärktem Selbstbewusstsein und attraktiven Zusatzqualifikationen nach Deutschland zurück.
„Ich habe hier gemerkt, dass ich auch im Ausland mit meinen vorhandenen Kenntnissen gut voran komme und was schaffen kann - man muss sich nur drauf einlassen!“
Nicole, Projektteilnehmerin bei MIRIAM mit Aufenthalt in Le Viel Audon (Film)
Ziel des Programms ist es, arbeitsmarktfernen Jugendlichen und arbeitslosen jungen Erwachsenen den Einstieg in eine Berufsausbildung oder ins Berufsleben zu erleichtern.
Wer wird gefördert:
Projekte, die Arbeitsaufenthalte im EU-Ausland organisieren. Zielgruppen sind insbesondere benachteiligte Jugendliche, arbeitslose junge Erwachsene sowie junge alleinerziehende Frauen.
Mehr Infos unter:
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