Jermenina Wiegand, 20
aus Kiel

Ich mache eine geschützte Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin. In dem Betrieb, in dem ich lerne, gibt es drei Bereiche: Wäsche, Küche und Hauswirtschaft. Alle drei Abteilungen machen mir Spaß, und bis jetzt konnte ich noch nicht sagen, in welchem Bereich ich mir eine Stelle nach der Ausbildung suchen möchte. Ich habe die Chance erhalten, in meiner Ausbildung ein Auslandspraktikum mit dem Projekt IdA (Integration durch Austausch) zu machen. Das ging vier Wochen lang in einem fremden Land. Man muss sich auch auf den Aufenthalt vorbereiten. Uns hat das Jugendaufbauwerk vorbereitet. Dort haben wir auch die SozialarbeiterInnen kennenglernt, die uns während des Austausches begleitet und unterstützt haben. In den Vorbereitungsseminaren haben wir das Land kennengelernt, die Sprache, die Besonderheiten und Verkehrsmittel, aber auch ganz viel über uns selbst gelernt. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben geflogen und habe meine Flugangst überwunden. Ich habe viele tolle Dinge gesehen, z. B. das Schloss Schönbrunn, die Donau, den Stephansdom.

Nachdem ich dort das Praktikum in einem großen internationalen Hotel absolviert habe, weiß ich, dass ich auch hier in Deutschland in einem Hotel arbeiten will. Viele neue Menschen, abwechslungsreiche Arbeit und ein Multikulti-Team, all‘ dies bereitet mir viel Freude. Und ich denke, dass man nur, wenn man Freude an der Arbeit hat, seine Arbeit auch gut machen kann.
Ich bin gerne so wie ich bin und meine Wissbegierde kann ich mit neuen Dingen stillen. Dazu hatte ich die Chance im Ausland. Da waren nicht nur die Ausbilder, die Umgebung und die Arbeitstechniken neu, nein, auch die Arbeitsbedingungen und die Kultur waren fremd. Auch ich konnte da jemand anderes sein und mich neu ausprobieren.
Ich weiß, dass es sein kann, dass ich für meinen Traum auch wegziehen muss, z. B. in eine große Stadt wie Hamburg. Ich bin aber davon überzeugt, dass ich das kann und meine Familie voll hinter mir steht, denn nicht nur ich habe mich durch den Auslandsaufenthalt in Wien weiterentwickelt, auch meine Eltern. Dieser Aufenthalt war für mich der erste Schritt auf dem Weg, auf eigenen Beinen zu stehen.

Ich beende meine Ausbildung und möchte noch weitere Auslandsaufenthalte machen und hoffe, dass mich dabei das Projekt IdA weiterhin unterstützt. Und dann heißt es, sich zu bewerben, bewerben und bewerben. Vielen Dank ESF, dass Sie das möglich gemacht haben

Mich motiviert es jeden Tag etwas Neues bei der Arbeit zu lernen.

Informationen zum Programm "IdA - Integration durch Austausch"

Arbeitslosigkeit ist gerade für junge Menschen eine schwierige Erfahrung: Wer sich mehrfach erfolglos beworben hat, verliert nicht nur das Gefühl für seine Stärken und Fähigkeiten, sondern möglicherweise auch den sozialen Anschluss.  Diesen Anschluss zu halten, dabei hilft das Programm IdA - Integration durch Austausch: Gefördert werden Arbeitsaufenthalte im EU-Ausland, die arbeitsmarktfernen Jugendlichen und arbeitslosen jungen Menschen einen  Einstieg ins Berufsleben ermöglichen sollen.

 

Die Bundesregierung initiierte das Programm, um die Mobilität arbeitsloser  Jugendlicher zu fördern. Die Teilnehmer erlangen durch die transnationalen Projekte zusätzliche berufsspezifische Kompetenzen, die ihnen eine neue Perspektive eröffnen und den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

 

Kernpunkt der Projekt-Aktivitäten ist ein begleiteter ein- bis sechs-monatiger Auslandsaufenthalt als Praktikum, Jobcamp oder Training in einem anderen EU-Mitgliedsstaat. Durch gezielte Maßnahmen wird dieser Aufenthalt vorbereitet. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwerben neben berufspraktischen Kompetenzen auch wichtige interkulturelle Fähigkeiten. Toleranz, Rücksichtnahme und Offenheit sind Schlüsselqualifikationen, die durch einen Auslandsaufenthalt maßgeblich gefördert werden. Mit neu erworbenen beruflichen, sozialen und kulturellen Erfahrungen kehren die jungen Menschen mit gestärktem Selbstbewusstsein und attraktiven Zusatzqualifikationen nach Deutschland zurück.

 

„Ich habe hier gemerkt, dass ich auch im Ausland mit meinen vorhandenen Kenntnissen gut voran komme und was schaffen kann - man muss sich nur drauf einlassen!“

Nicole, Projektteilnehmerin bei MIRIAM mit Aufenthalt in Le Viel Audon (Film)

 

Ziel des Programms ist es, arbeitsmarktfernen Jugendlichen und arbeitslosen jungen Erwachsenen den Einstieg in eine Berufsausbildung oder ins Berufsleben zu erleichtern.

 

Wer wird gefördert:

Projekte, die Arbeitsaufenthalte im EU-Ausland organisieren. Zielgruppen sind insbesondere benachteiligte Jugendliche, arbeitslose junge Erwachsene sowie junge alleinerziehende Frauen.

 

Mehr Infos unter:

Europäischer Sozialfonds in Deutschland

IdA - Integration durch Austausch

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