Alfia, 22
aus Bad Hersfeld

- Was machen Sie beruflich und welche Art von ESF-Förderung haben Sie bekommen?
- Ganz konkret: wofür haben Sie die Förderung genutzt? Was hat sich dadurch für Sie verändert?
- Wie geht es bei Ihnen weiter?
- Zum Schluss in einem Satz: was ist es, was Sie motiviert zur Arbeit zu gehen?
Seit August 2010 absolviere ich eine 2-jährige Ausbildung als Sozialassistentin. In meiner sehr turbulenten Berufsorientierungsphase im Sommer 2010 hatte ich unzählige Berufswünsche: z. B. Polizistin (leider war ich zu klein), Stewardess (Flugangst hatte ich aber auch) oder lieber Psychologin, Apothekerin fand ich auch nicht schlecht.....vielleicht doch ein freiwilliges soziales Jahr?????????????? Fragen über Fragen. Mithilfe einer gezielten Berufserkundung und -beratung durch meinen Jobcoach vom ESF-Projekt erkannte ich mein Interesse an einem sozialen Beruf. Die Hürden Schulanmeldung, Hin- und Rückweg zur Schule und BaföG Antrag wurden schnell gemeistert.
Schwierigkeiten bereitete mir diese Ungewissheit, wie es beruflich weiter gehen sollte, ich brauchte einfach diese Beratung um endlich diesen einen richtigen Weg zu finden. Dank der Beratung des Jobcoaches habe ich mein Ziel gefunden. Aber auch, wenn das Projekt "Interkulturelles Fallmanagement" heißt, Schwierigkeiten aufgrund meines Backgrounds gab es keine. Ich weiß einfach endlich in welche Richtung ich beruflich gehen will. Und dass ich mir höhere Ziele stecken kann, als ich bisher gedacht habe!
Im Juli 2012 beende ich meine Ausbildung als Sozialassistentin mit Fachhochschulreife. Damit ist aber noch nicht genug! Mein nächstes Ziel ist ein Studium an der Uni Kassel im Bereich Sozialwesen. Ich bin mir sicher, dass ich während meiner Ausbildung sowie meinem Studium meinen Weg finden werde. Am liebsten würde ich irgendwann als Sozialpädagogin bei "pro familia" arbeiten.
Mein Ziel "Sozialassistentin", motiviert mich jeden Tag zu meinem Ausbildungsplatz zu fahren. Und das trotz der Fahrtstrecke von 25 km - zu meiner Berufsfachschule für Sozialassistenz in Heimboldhausen. Diese Ziel halte ich mir dann auch vor Augen, wenn ich mich am Samstagmorgen aus dem Bett quäle. Denn schon um 7:00 Uhr ruft der 6stündige Unterricht zur Vorbereitung der Fachhochschulreife! Meine größte Sorge ist die Mathematik. Trotzdem: Ich werde die Fachhochschulreife schaffen!
Informationen zum Programm "XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge"
Bürgerkrieg oder politische Verfolgung machen in einigen Ländern ein normales Leben unmöglich. Als Ausweg bleibt oftmals nur die Flucht. Deutschland kann für Flüchtlinge eine neue Heimat sein. Aber nur wer seinen Lebensunterhalt eigenständig sichert, hat auch eine Chance, dauerhaft hier zu leben. Eine erste Hürde auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist oft die mangelnde Sprachkenntnis. Doch bei dieser und anderen Herausforderungen werden die Flüchtlinge nicht allein gelassen.
Die Bundesregierung hat das XENOS-Sonderprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge 2008 aufgelegt, um den besonderen Bedürfnissen dieser Menschen gerecht zu werden. Ziel des Programms ist es, Bleibeberechtigte und Flüchtlinge durch Beratung und Qualifizierung in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Unabhängigkeit von Sozialleistungen weitestgehend zu sichern.
Die meisten Projekte bieten den Flüchtlingen Maßnahmen zur Vermittlung von Deutschkenntnissen, Berufs- und Arbeitsmarktberatung sowie psychosoziale Beratung an.
„Ich fühle mich in Deutschland zuhause. Ich bin zwar in Uganda geboren, aber hier bin ich „gewachsen“. Ich habe so viel von den Menschen hier gelernt. Ich weiß, dass alles möglich ist, wenn man will, wenn man sich anstrengt.“ Abu, Projektteilnehmer (Film)
Die Projekte arbeiten in lokalen und regionalen Netzwerken zusammen. Damit werden Kräfte gebündelt, um Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bestmöglich zu unterstützen. Engagierte ProjektmitarbeiterInnen helfen dabei, sich neu zu orientieren, bürokratische Prozesse und Anforderungen zu meistern oder Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen. Auch bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen, einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bieten die Netzwerkpartner aktive Hilfestellung an.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Projekte ist es, die lokalen (Arbeitsmarkt-)Akteure und Multiplikatoren auf die Gruppe der Bleibeberechtigten als Arbeitnehmer aufmerksam zu machen. Das Ziel ist es, den Flüchtlingen den Start in ein neues Leben zu erleichtern.
Wer wird gefördert: Projekte, die Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete im Aufenthaltsgesetz) und Flüchtlinge, die einen zumindest nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unterstützen.
Mehr Infos unter:
Europäischer Sozialfonds in Deutschland
XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge

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