Abdela, 47
aus Eritrea

Als zweite Hand der Küchenchefin bin ich den ganzen Tag gefordert. Aber mir macht es Spaß, die vielen Essen vorzubereiten und zu dekorieren. Ich habe eine Qualifizierung in den Bereichen Hotel und Gastwirtschaft sowie Hauswirtschaft machen dürfen. Dies war ein Kurs für Flüchtlinge mit berufsbezogenem Deutschunterricht, Praktika und viel Theorie.

Ich habe meine Deutschkenntnisse verbessert und habe alles für die Küche gelernt. Das Praktikum in der Kantine, in der ich jetzt schon ein Jahr arbeite, war der erste Job für mich in Deutschland. Ich habe neue, positive Energie bekommen und bin fröhlicher als früher. Eigenes Geld zu haben ist toll! Ich kann jetzt ein Leben auf eigenen Füßen leben.

Ich will noch besser Deutsch sprechen und immer arbeiten. Mein Ziel ist es, irgendwann einen besseren Aufenthalt zu haben – ich träume vom deutschen Pass. Vielleicht kann ich irgendwann als Buchhalter arbeiten, das habe ich in Eritrea gelernt. Dazu brauch ich aber wieder eine ESF-Förderung… ich frag mal nach.

Ich hatte lange Zeit ein Arbeitsverbot und jetzt bin ich froh, dass ich nach dem Aufstehen etwas Sinnvolles tue und Geld verdiene. So war es möglich, dass ich aus dem Asylheim ausziehen durfte. Ich arbeite für meine Wohnung und für meine Familie.

Informationen zum Programm "XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge"

Bürgerkrieg oder politische Verfolgung machen in einigen Ländern ein normales Leben unmöglich. Als Ausweg bleibt oftmals nur die Flucht. Deutschland kann für Flüchtlinge eine neue Heimat sein. Aber nur wer seinen Lebensunterhalt eigenständig sichert, hat auch eine Chance, dauerhaft hier zu leben. Eine erste Hürde auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist oft die mangelnde Sprachkenntnis. Doch bei dieser und anderen Herausforderungen werden die Flüchtlinge nicht allein gelassen.

 

Die Bundesregierung hat das XENOS-Sonderprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge 2008 aufgelegt, um den besonderen Bedürfnissen dieser Menschen gerecht zu werden. Ziel des Programms ist es, Bleibeberechtigte und Flüchtlinge durch Beratung und Qualifizierung in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Unabhängigkeit von Sozialleistungen weitestgehend zu sichern.  

Die meisten Projekte bieten den Flüchtlingen Maßnahmen zur Vermittlung von Deutschkenntnissen, Berufs- und Arbeitsmarktberatung sowie psychosoziale Beratung an.

 

„Ich fühle mich in Deutschland zuhause. Ich bin zwar in Uganda geboren, aber hier bin ich „gewachsen“. Ich habe so viel von den Menschen hier gelernt. Ich weiß, dass alles möglich ist, wenn man will, wenn man sich anstrengt.“ Abu, Projektteilnehmer (Film)

 

Die Projekte arbeiten in lokalen und regionalen Netzwerken zusammen. Damit werden Kräfte gebündelt, um Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bestmöglich zu unterstützen. Engagierte ProjektmitarbeiterInnen helfen dabei, sich neu zu orientieren, bürokratische Prozesse und Anforderungen zu meistern oder Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen. Auch bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen, einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bieten die Netzwerkpartner aktive Hilfestellung an.

 

Eine weitere wichtige Aufgabe der Projekte ist es, die lokalen (Arbeitsmarkt-)Akteure und Multiplikatoren auf die Gruppe der Bleibeberechtigten als Arbeitnehmer aufmerksam zu machen. Das Ziel ist es, den Flüchtlingen den Start in ein neues Leben zu erleichtern.

 

Wer wird gefördert: Projekte, die Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete im Aufenthaltsgesetz) und Flüchtlinge, die einen zumindest nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unterstützen.

 

Mehr Infos unter:

Europäischer Sozialfonds in Deutschland

XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge

Kommentar hinzufügen